Thema des Monats Mai 2010


Abbildung 1: Mehr als 69.000 Besucher an fünf Tagen sorgten für regen Betrieb auf dem Messegelände Foto: Messe Düsseldorf

Vom 12. bis 16. April 2010 zeigten die Unternehmen der Draht-, Kabel- und Rohrindustrie in Düsseldorf auf den Messen wire 2010 und Tube 2010, der Internationalen Fachmesse Draht und Kabel und der Internationalen Rohrfachmesse, ihre neuesten Technologien. Mit einem Rekord von rund 2400 Ausstellern aus über 60 Ländern unterstrichen wire und Tube einmal mehr ihren Status als weltweite No 1 Messen ihrer Industrien.

Alle zwei Jahre verwandeln die Messen wire und Tube das Düsseldorfer Messegelände fünf Tage lang in eine gewaltige Fabrikhalle. Es gehört zu den Besonderheiten der Messen, dass die Aussteller zahlreiche Maschinen mitbringen und vor Ort in Aktion zeigen. Beide Fachmessen, die zum zwölften Mal gemeinsam veranstaltet wurden, konnten die Zahl der Aussteller gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2008 nochmals steigern. Zwar haben auch die Draht-, Kabel- und Rohrhersteller die Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise schmerzhaft zu spüren bekommen, aber, so Friedrich-Georg Kehrer, Director der Messen wire und Tube: „Die Unternehmen konzentrieren sich gerade in schwierigen Zeiten auf die No.1-Messe ihrer Industrie.“

Nach dem erfolgreichen Auftakt 2008 waren die Bereiche Pipelines und Oil Country Tubular Goods (OCTG) zum zweiten Mal dabei. Hier zeigte beispielsweise das Siegener Unternehmen Bergrohr ein Stahlgroßrohr mit einer Innenlage aus Kupfer-Nickel. Dank dieser können hochkorrosive Stoffe wie „saures“ Öl und Gas sowie Meerwasser transportiert werden, ohne die äußere Stahlhülle anzugreifen, die für die nötige Druckbeständigkeit sorgt. Erstmals auf der Tube vertreten waren die Bereiche Profile und Profiltechnologie.

Effizienz und Qualitätssicherung gehörten diesmal zu den Trends der wire und der Tube. Die Bremer Sikora AG, Hersteller von Mess- und Regeltechnologie für die Draht-, Kabel-, Rohr- und Schlauchindustrie, präsentierte u.a. eine neue Generation von Lasermessgeräten zur Präzisions-Durchmessermessung, mit denen sich der Kabeldurchmesser nach eigenen Angaben auf bis zu 0,2 Mikrometer genau messen lässt. Ein neuartiges System zur Oberflächenprüfung von u.a. Rohren, Kabeln und Schläuchen war eins der Highlights auf dem Stand der Schweizer Zumbach Elektronik AG. Damit sollen dank modernster Bildverarbeitungstechnik in Zukunft eine hundertprozentige Inspektion von Oberflächen möglich sein und auch kleinste Fehler sicher erkannt werden, verspricht Keith F. Donahue, Vice President Sales bei Zumbach.

Seit Jahren belasten steigende und fluktuierende Rohstoffpreise die Unternehmen der Draht-, Kabel- und Rohrindustrie (vgl. Thema des Monats Oktober 2009). Die Reduzierung von Kosten durch die Substituierung teurer Metalle war daher ebenfalls ein wichtiges Thema. So zeigte Kabelhersteller Nexans Deutschland eine Auswahl an Bimetall-Drähten, bei denen der Kupferkern durch Stahl oder Aluminium ersetzt wird und lediglich die Ummantelung noch aus dem teureren Kupfer ist. Während die leicht verringerte Stromleitfähigkeit des Kerns in vielen Anwendungen keine Rolle spiele, überzeugten die Stahldrähte durch ihre größere Reißfestigkeit und die Aluminiumdrähte durch ihr geringeres Gewicht, so Peter Forkert, Vertriebsleiter für Bare Conductors bei Nexans. Mit nickelfreien Rohren für Trinkwasser-Installationen hat die Viega GmbH auf die schwankenden Nickelpreise der vergangenen Jahre reagiert. Die Rohre sind stattdessen aus hochwertigem rostfreiem Stahl.


Abbildung 2: Das richtige Schmiermittel für jeden Draht
Foto: Condat GmbH

Neue Umwelt- und Verbraucherschutzauflagen machen die Weiterentwicklung von Schmierstoffen notwendig. Condat und Lubrimetal zeigten Schmiermittel und Beschichtungsmittel mit wenig oder gänzlich ohne Borax, die den neuen Richtlinien der EU entsprechen, die Schmiermittel mit einem Boraxgehalt über 6,5 % als toxisch einstuft.

Die beiden Düsseldorfer Fachmessen wurden einmal mehr ihrem Ruf gerecht, ein qualifiziertes Fachpublikum mit ernsthaften Kaufabsichten anzulocken. „Nirgendwo sonst trifft man so viele potenzielle Kunden gleichzeitig an einem Ort”, sagt Phillip Knight, Executive Secretary der International Tube Association (ITA). Über 69.000 Besucher waren es diesmal, die sich an den fünf Messetagen auf Einkaufstour durch den „größten Schaukasten der Welt“ der Draht-, Kabel- und Rohrindustrie (so Stephen Wood, Chairman der International Wire & Machinery Association IWMA) begaben. Die Aussteller berichteten von konstruktiven Gesprächen und einem regen Kaufinteresse, was auf ein profitables Nachmessegeschäft hoffen lässt.

Florian Wassenberg


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