02.01.2012

RECYCLINGPORTAL.EU

Schrottmarkt: Wandel zum Besseren?

Die Stahlindustrie ist auf die verlässliche Versorgung mit Rohstoffen angewiesen – auch unter volatilen Markt- und Produktionsbedingungen. Wie lässt sich dies bewerkstelligen? Nachdem sich die Aussichten auf den Märkten für Altmetalle sowie Stahl- und Eisenschrott durch eine drohende Finanzkrise erneut eingetrübt haben, war diese Frage beim Branchenforum am 29. November vergangenen Jahres von zentraler Bedeutung. Auch plagte Viele der Teilnehmer die Ungewissheit, was aus den gewerblichen Sammlungen werden soll, die der Gesetzgeber über den Weg des künftigen Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) einschränken will.

Falls die deutsche Legislative dieses Vorhaben in die Tat umsetzt (der Vermittlungsausschuss vom 14. Dezember 2011 vertagte sich auf Februar 2012) und der öffentlichen Hand per Gesetz Privilegien im Hinblick auf die Sammlung einräumt, wäre dies nach Ansicht von Ullrich Did­szun, bvse-Vizepräsident und Vorsitzender des bvse-Fachverbandes Schrott, E-Schrott und Kfz-Recycling, quasi ein staatlich verordneter Verdrängungswettbewerb zwischen öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern und der privaten Recyclingwirtschaft. Gewachsene Strukturen sorgten für eine flächendeckende Erfassung eines inhomogenen Sekundärrohstoffs und seine Rückführung in den Wirtschaftskreislaufes, unterstrich er die Bedeutung der gewerblichen Sammlung für die Schrottwirtschaft.

Im Jahre 2009 habe der Schrottanteil an der deutschen Rohstahlproduktion bei knapp 47 Prozent gelegen, informierte Didszun. Das Schrottsammelaufkommen in Deutschland besteht aus zirka 60 Prozent Altschrott (etwa 30 Prozent Konsumgüterschrott wie Herde, Kühlgeräte, Altfahrzeuge sowie rund 70 Prozent Schrott aus Industrie, Gewerbe und Abbrucharbeiten) und ungefähr 40 Prozent Neuschrott (Produktionsabfälle wie Späne, Blech- und Stanzabfälle, Fehlchargen). Schrott, der in Industrie, Gewerbe, Kommunen und Haushalten anfällt, gelangt über verschiedene Wege – in der Regel Händler jeder Größenordnung – zu den Abnehmern (nationale und internationale Stahlwerke, Gießereien, NE-Hütten und andere Aufbereiter). Dabei ist unter anderem durch die Vielfalt der gewerblichen Sammlung sichergestellt, dass dieses Material flächendeckend erfasst wird – entweder durch Abholung oder Ankauf beziehungsweise Entsorgung gegen Bezahlung ...

Quelle: Recyclingportal