10/12/2012

Saubere Lösung für Reindampf - Aseptische Sitzventile

In der Nahrungsmittelindustrie, der chemischen und pharmazeutischen Industrie aber auch in weiteren Industriezweigen müssen Produkte mitunter keimfrei hergestellt werden. An die Reinheit der Betriebsmedien, die bei der Herstellung zum Einsatz kommen, werden folglich hohe Anforderungen gestellt - auch an den eingesetzten Dampf. Wenn Dampf in einer keimfreien Produktion mit Oberflächen oder direkt mit flüssigen oder gasförmigen Produkten in Berührung kommt, muss dies den Reinheitsanforderungen dieser Produkte genügen.

Die Lösung sind komplexe Reindampfsysteme auf dem Niveau der Produktanforderungen. GEMÜ unterhält seit Langem intensive Kontakte zu Anlagenbauern und -betreibern, die diese Systeme im Einsatz haben und nahm ein Kundenprojekt zum Anlass, seine Ventillösungen zu überprüfen und weiter zu entwickeln.

Aseptisches Sitzventil punktet in Funktion und Wartung

Im engen Austausch mit einem namhaften Kunden aus der Pharmaindustrie entstanden im Folgenden die Schrägsitzventile GEMÜ 505 und GEMÜ 555 für Reindampf-Absperrungen. Die pneumatischen (GEMÜ 555) und handbetriebenen (GEMÜ 505) Schrägsitzventile wurden speziell für diesen Einsatzzweck entwickelt und bieten eine echte Alternativ zu den bisher üblicherweise eingesetzten Ventilprinzipien.

Zum Beispiel sind sie deutlich wartungsarmer als Membranventile, einfacher zu handhaben als Kugelhähne und totraumoptimierter im Vergleich zu Klappen. Die Sitzventile sind in den Nennweiten DN8 - DN80 lieferbar und durch den Metallfaltenbalg und ausgewählte Dichtungen kann das Medium eine Temperatur von -10 bis +180 ºC aufweisen. Die Schweißstutzen-Anschlüsse sind nach den üblichen Normen ausgeführt und erhältlich (ASME BPE, DIN 11866, DIN EN ISO 1127).

Hohe Qualität - angemessener Preis

Bei den Auslegungen der neuen Sitzventilreihe galt es, die hohen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen an Reindampfprozesse zu erfüllen, ohne dabei die Kostenseite beim Endkunden aus dem Blick zu verlieren. Alle Medium berührenden Teile sind aus Qualitätsgründen aus hochwertigem Edelstahl (316L) gefertigt, der Ventilkörper ist innen sauber maschinell bearbeitet und außen elektropoliert.

Bei der Oberflächengüte können wir dank der Körpergeometrie im Inneren des Körpers Ra-Werte bis 0,4 µm nicht nur produzieren, sondern auch reproduzieren. Zudem wurde weiter auch besonderer Wert auf die Dichtwerkstoffe (Kennziffer der Absperrdichtung: 5P) gelegt, die auch den hohen Anforderungen der FDA genügen. Die Dichtungen wurden gemäß USP Class VI 121 °C geprüft.

Auch in den Antrieben überzeugen die Werkstoffe und die Verarbeitung der einzelnen Materialien: Sei es der Edelstahl-Faltenbalg, der bis zu 100.000 Schaltwechsel problemlos bewerkstelligt und die Buntmetallfreiheit des Antriebs ermöglicht. Sei es der Ventilteller, der gewindefrei und hiermit wartungsarm ausgeführt und mit einer Dichtung aus äußerst reaktionsträgem, säure- und hitzebeständigem thermoplastischen Kunststoff (PTFE) versehen ist. Sei es die Besonderheit, dass der Ventilteller mit der Ventilspindel verschweißt und verschliffen ist und dadurch die sonst üblichen "Schmutzecken" bei verschraubten Ventiltellerlösungen eliminiert. Aufgrund dieser und weiterer Details bieten die beiden Schrägsitzventil-Varianten eine hohe Lebensdauer bei hervorragenden Materialeigenschaften und Körpergeometrien.

Rückverfolgbarkeit ist gewährleistet

Bereits bei der Generierung des Lastenhefts wurden Anforderungen an den Produktionsprozess und die Wartung der Schrägsitzventile definiert. Dazu gehörte insbesondere der Aufbau einer Rückverfolgbarkeitskette für alle mediumsberührenden Teile. Deshalb werden Ventilkörper, Tellerscheibe, Absperrdichtung, Ventilteller, Spindel, Faltenbalg und Antriebsdichtung von GEMÜ 555 und GEMÜ 505 chargenbezogen gefertigt und in einem Produktionsablauf zusammengefasst.

Dadurch können bei Bedarf Werkstoffprüfzeugnisse nach 3.1 DIN EN 10204 ausgestellt und mitgeliefert werden. Neben der (material-)technischen Auslegung als wartungsarme Armatur wurde auch sichergestellt, dass ein Antriebswechsel schnell, direkt an der Rohrleitung durchgeführt werden kann. Somit sind langfristig kostengünstige und materialschonende Wartungs- und Reparaturarbeiten realisierbar. Falls vom Kunden gewünscht, kann auch nachträglich eine Automatisierung der Ventillösung erfolgen, zum Beispiel durch den Umstieg von manueller auf pneumatische Betätigung oder durch den Anbau von Stellungsrückmeldern oder Stellungsreglern.

Quelle: GEMÜ Gebr. Müller Apparatebau GmbH & Co. KG