15/12/2010

Kurt Kremer erhält APS-Award für Polymerphysik 2011

Die American Physical Society (APS) verleiht Kurt Kremer den APS-Award für Polymerphysik 2011. Er erhält den Preis gemeinsam mit dem amerikanischen Physiker Gary Grest von den Sandia National Laboratories. Die Expertenjury der APS würdigt damit die wegweisenden Arbeiten beider Wissenschaftler bei numerischen Simulationen im Bereich der Polymerforschung. Die erstmals 1962 vergebene Ehrung für besondere Leistungen im Bereich der Physik der Polymere wird Kremer im März 2011 auf dem „march meeting“ der APS überreicht. Der Preis besitzt ein hohes internationales Ansehen. Zu den in der Vergangenheit ausgezeichneten Wissenschaftlern aus aller Welt zählt neben zwei späteren Nobelpreisträgern mit Erhard W. Fischer auch ein vormaliger Direktor des MPI-P. Der APS-Award ist mit insgesamt 10.000 Dollar dotiert und wird vom Chemiegiganten Dow Chemical gestiftet.

Neuartiges Untersuchungsinstrument etabliert

Kremer beschäftigt sich am MPI-P mit der Simulation der Eigenschaften von Polymeren und ihres Verhaltens unter verschiedenen Bedingungen. Er konnte damit ein weiteres Untersuchungsinstrument neben der experimentellen und der theoretischen Analyse in der Polymerforschung etablieren. Mit eben dieser Leistung begründeten die Jurymitglieder ihre Vergabeentscheidung zugunsten von Kremer und Grest. Bereits seit Beginn der 80er Jahre arbeiten beide Wissenschaftler kooperativ an computerbasierten Simulationen. Kremers Forschungen konzentrieren sich auf Methodenentwicklung und Modellbildung. Neben dem Schwerpunkt Polymertheorie besitzen sie Einfluss auf viele andere naturwissenschaftliche Bereiche. Bei der Entwicklung neuer Materialien bedeuten ihre prognostischen Aussagen einen erheblichen Fortschritt.

Simulationsmodelle vielseitig anwendbar

Kremer ist seit 1995 Direktor am Max-Planck-Institut für Polymerforschung und gründete dort den Arbeitskreis „Theorie der Polymere“. Unter seiner Leitung ergründen derzeit 45 Wissenschaftler, Doktoranden und Diplomanden die physikalischen und chemischen Eigenschaften weicher Materie. Die Projektgruppen des Arbeitskreises ermitteln mit unterschiedlichen theoretischen bzw.computerbasierten Ansätzen die Charakteristika und Reaktionen von Flüssigkeiten, Gelen oder Emulsionen anhand ihrer physikalischen Kenngrößen oder ihres molekularen Aufbaus.
Für seine Arbeiten erhielt Kremer unter anderem 1992, die bedeutendste nationale Auszeichnung für wissenschaftlichen Nachwuchs in der Festkörperphysik, den „Walter-Schottky-Preis“ der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Er ist häufig als Dozent bei international renommierten Wissenschaftsinstitutionen und Symposien zu Gast.

Quelle: Max-Planck-Institut für Polymerforschung