17/10/2008

Kampf der Produktpiraterie

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Ziel ist es, Plagiate zu erkennen und organisierte Straftaten zu bekämpfen.
So werden im Rahmen von Overshock, Informationen und Kontaktdaten zu auffällig gewordenen Herstellern/Personen in einer Interpoldatenbank gesammelt, mit anderen Datenbanken abgeglichen und den Polizeibehörden zur strafrechtlichen Verfolgung zur Verfügung zu gestellt. Weiterhin organisiert Interpol in Zusammenarbeit mit Zertifizierungsstellen die Schulung von Zollbeamten und Marktaufsichtsbehörden, damit sie Missbrauchsfälle und Plagiate leichter ausfindig machen können. Das VDE-Institut ist an dem Projekt beteiligt und arbeitet eng mit Interpol zusammen. Sensibilisiert werden für das Thema Plagiate musste das VDE-Institut allerdings nicht. „Wir haben bereits vor geraumer Zeit eine eigene Abteilung aufgebaut, die sich auf die Verfolgung von Missbrauchsfällen des VDE-Zeichens konzentriert“, erklärt Dr.-Ing. Klaus Kreß, Leiter der Zertifizierungsstelle des VDE-Instituts. Das VDE-Institut arbeitet eng mit den Marktaufsichtsbehörden zusammen und hat neue Regelwerke für die strengere Überwachung eingeführt. „Unsere Aufklärungsquote beträgt über 90 Prozent.“ 158 Fälle deckten die Ermittler des VDE-Instituts im vergangenen Jahr auf, 2006 waren es nur 101 Fälle, eine Steigerung von 58 Prozent. Doppelt so viele Vertragsstrafen beziehungsweise Schadensersatzklagen wie das Jahr zuvor wurden im letzten Jahr ausgesprochen. China ist mit 54 von den insgesamt 158 bearbeiteten Missbrauchsfällen des VDE-Instituts an erster Stelle, eine leichte Zunahme ist bei Produkten aus Italien zu verzeichnen. Was die Produkte angeht, nimmt die Zahl der Missbrauchsfälle bei Haushaltsgeräten ab, während sie bei Installationsmaterialien zunimmt. Wichtigstes Instrument für die Sensibilisierung und Aufklärung der Verbraucher ist die so genannte „Schwarze Liste“ auf der Website des VDE-Instituts. Unter www.vde.com/zeichenmissbrauch werden entdeckte Plagiate und unsichere Produkte veröffentlicht. „Zusammen mit unserer Online-Zertifizierungsdatenbank ist dies unsere meistbesuchte Seite“, freut sich Kreß. Die Tabellen enthalten auch Produkte, deren Genehmigungsausweis aufgrund von Sicherheitsbedenken oder groben Verstößen entzogen wurden. Um Missbrauchsfälle entgegenzutreten, führt das VDE-Institut eigene Überwachungsmaßnahmen wie Marktkontrollen, Beobachtungen und Messebesuche durch. Ist ein Produkt auffällig geworden und es besteht der Verdacht auf Zeichenmissbrauch, führt das VDE-Prüfinstitut Sonderinspektionen durch - egal wo auf der Welt und das unangemeldet. Wird der Inspektor am Werkstor abgewiesen, entzieht das VDE-Institut dem Hersteller sofort die Zeichengenehmigung und erhebt eine Vertragsstrafe. Die Offenbacher sind das erste Institut, das nicht nur die Adressdaten der Hersteller in ihre Datenbank aufnimmt, sondern auch die GPS-Daten. „In einigen Fällen gab der Hersteller uns eine falsche Werksadresse an. Besonders Gewiefte dagegen wollten unsere Inspektoren persönlich vom Hotel abholen und sie zum Werk fahren. Kennt sich ein Mitarbeiter im Land nicht aus, inspiziert er eventuell unbewusst die falsche Fabrik.“ Jeder VDE-Inspektor ist von daher mit einem GPS-Gerät ausgestattet und erfasst vor dem Haupteingang die Koordinaten des Werks und gleicht sie ab. Das Offenbacher Institut ist eines der ersten weltweit, das seinen Kunden alle Rechte an einem Produkt abverlangt, um so etwaige Schutzrechtsverletzungen Dritter auszuschließen. Zum Schutz des Verbrauchers arbeitet das VDE-Institut darüber hinaus seit vielen Jahren mit den Marktaufsichtsbehörden in Deutschland, Holland, Polen und weiteren europäischen Staaten zusammen.