06/01/2012

Erdwärme auf schwierigem Terrain

Aufgrund der Vorkommnisse im 15 km entfernten Staufen geht man in der Region äußerst sensibel mit dem Thema Erdwärme um. Dort verursachten im Jahre 2007 mehrere bis zu 140 m tiefe Bohrungen Risse und Setzungen in Häuserfassaden.

Die hierdurch sensibilisierte Untere Wasserbehörde im Landratsamt Breisgau/ Hochschwarzwald genehmigte die aktuellen Bohrarbeiten somit nur mit strengen Auflagen und der Einleitung eines wasserrechtlichen Verfahrens:

- Bohrtiefenbeschränkung bis 45 m unter GOK
- Ständige Aufsicht und Kontrolle der Bohrung durch einen mit der regionalen Geologie vertrauten Geologen
- Vorhalten von Absperrvorrichtungen zum Beherrschen von artesisch gespanntem Grundwasser
- Vorhaltung eines Gasmessgerätes zur permanenten Kontrolle von Gasaustritten wie CO2, H2S und CH4 während der Bohrarbeiten
- Dokumentation und Kontrolle der Bohrarbeiten bei gleichzeitiger geologischer Ansprache des ausgetragenen Bohrguts mit anschließender Archivierung des Materials
- Zertifiziertes Bohrunternehmen nach DVGW W 120

Der Bauherr beauftragte das ortsansässige Architekturbüro Zeller-Eisenberg mit der Bauleitung. Dieses wiederum holte sich einen erfahrenen Partner an Bord - die Firma Fritz Planung GmbH mit Hauptsitz in Bad Urach. Der Fritz Planung oblag die von der Unteren Wasserbehörde geforderte Bauaufsicht, Überwachung und Dokumentation.

Das nach DVGW-Arbeitsblatt W 120 zertifizierte Bohrunternehmen H. Anger’s Söhne aus Hessisch-Lichtenau erhielt als Spezialist in Sachen Erdwärme den Auftrag, die Bohr- und Ausbauarbeiten mit der GRD-Bohrgerätetechnik des Sauerländer Bohrgeräteherstellers TRACTO-TECHNIK auszuführen.

Die Firma H. Anger’s Söhne ist seit 2009 GRD- Bohrgeräteanwender und bekannt für erfolgreich abgeschlossene Projekte unter schwierigen Bedingungen.

8 Radialbohrungen mit insgesamt 310 Sondenmeter wurden unter Neigungswinkeln von 50º und 65º von einem zentralen Bohrschacht aus mit der speziellen Geräte-technik von TRACTO-TECHNIK in kurzer Zeit gebohrt. Die Bohrlochlängen der einzelnen Bohrlöcher erreichten max. 42 m.

Aus sicherheitstechnischen Gründen, wurde die erste Bohrung anfangs unter einer Neigung von 65º im Druckluftspülbohrverfahren abgeteuft. Nach erfolgreicher Erledigung dieser Arbeit gab der Geologe Entwarnung - das zweiköpfige Bohrteam durfte mit Luft-/Wasserspülung weiter bohren.

„Mit der gegenwärtigen Bohrtiefenbeschränkung in Baden Württemberg war diese Baumaßnahme nur mit dem GRD- Bohrverfahren möglich“, so die Aussage des beaufsichtigenden Fachmanns.

Die schwierigen geologischen Bedingungen (Braunjuragesteine in Teilschollen des Oberrheingrabens) erlaubten die Fertigstellung von bis zu zwei Bohrungen pro Tag. Die Koaxialsonde wurde mit einer von TRACTO-TECHNIK entwickelten hydraulischen Einschubvorrichtung eingebracht und anschließend mit einem sulfatbeständigen Verpressmörtel der Firma Fischer verfüllt. Nach insgesamt acht Arbeitstagen war die Baustelle inklusive aller Vor- und Nacharbeiten (Schachtausbau, Anbindung an das Haus) fertig gestellt.

Alle Beteiligten zeigten sich über die komplikationslose Vorgehensweise auf der Baustelle glücklich und begeistert. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen gelang es, die EWS-Anlage erfolgreich zu installieren und den Bewohnern behagliche Wärme in der kalten Jahreszeit zu liefern.

Das Bauvorhaben hat gezeigt, dass es auch für Regionen in denen die Erdwärmenutzung kaum möglich ist, eine Lösung gibt – GRD, vom Spezialmaschinenhersteller TRACTO-TECHNIK.

Quelle: TRACTO-TECHNIK GmbH & Co. KG