11.08.2010

Den Bau von Offshore-Windparks wetterfest planen

In einem Forschungsprojekt der Bundesvereinigung Logistik e.V. wurde ein Simulationsmodell entwickelt, das diese und andere Störgrößen in der Lieferkette berücksichtigt. Das Projekt wurde im Rahmen des AiF-Programms Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert.

Damit eine Investition in einen Offshore-Windpark auch wirtschaftlich ist, muss er eine bestimmte Größe erreichen. Für eine Anlage mit einer Leistung von beispielsweise 5 Megawatt müssen ca. 700 Tonnen an Bauelementen mit großen Abmessungen und sehr hohen Gewichten transportiert werden. Ungefähr 70 Tonnen Tumsegmente, 300 Tonnen schwere Gondel sowie 120 Tonnen Rotorblätter zur richtigen Zeit an den richtigen Ort per Schiff zu befördern, sind logistische Herausforderungen besonderer Art.

Forscher am Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) sowie am Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) entwickelten ein EDV-Werkzeug, welches beim Aufbau von WEA mehr Planungssicherheit verschafft. Um dies zu gewährleisten, wurden auch Störfaktoren integriert, wie die schon erwähnte meteorologische Abhängigkeit bei Transport und Montage, Engpässe bei knappen und kostenintensiven Ressourcen sowie die Verfügbarkeit von Genehmigungen. In Experteninterviews haben die Wissenschaftler die nötigen Prozesse und Netzwerkstrukturen abgefragt, Produkt- und Montageparameter erfasst sowie Wetterdaten ausgewertet. Der Nutzer kann sämtliche für die Simulation benötigten Informationen durch eine intuitiv bedienbare grafische Oberfläche eingeben. Auf Basis dieser Daten wird eine Simulation gestartet. Eine Auswertung erfolgt in Form von im Projekt definierten Kennzahlen, wofür eigens eine Auswertungsoberfläche gestaltet und programmiert wurde.

Die bisher durchgeführten Forschungsarbeiten im Bereich Offshore-WEA betreffen fast ausschließlich die technischen Herausforderungen bei Konstruktion, Herstellung, Errichtung und Betrieb der Anlagen. Daher gehört dieses Forschungsprojekt zu den Pionierarbeiten auf dem Gebiet der Logistik in dieser noch jungen Branche. Die Anlagenhersteller und Zulieferer sind überwiegend mittelständische Unternehmen. Mit den Projektergebnissen erhalten diese ein modernes Planungs- und Steuerungsinstrument, das sie bei Wind und Wetter sicher ans Ziel navigiert.

Quelle: AiF – Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V., rene.petri@iff.fraunhofer.de