22.10.2010

BDI fordert Umsetzungsoffensive zum Energiekonzept

"Die Politik muss die kostensteigernden Effekte für die Unternehmen sorgfältig analysieren und unbedingt auf ein verträgliches Ausmaß beschränken". Das sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf am Donnerstag in Berlin anlässlich der Anhörung zum Energiekonzept im Bundestag.

"Positiv ist, dass es eine Grundlage für die Entscheidungen über unsere Energiezukunft im Industrieland Deutschland gibt", betonte Schnappauf. "Das ambitionierte Konzept bedarf eines raschen Netzausbaus, um die erneuerbaren Energien zu den Kunden zu transportieren." Die Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion verlange einen breiten politischen und gesellschaftlichen Konsens. Dieser sei Voraussetzung für den notwendigen massiven Ausbau des Stromnetzes, unterstrich der BDI-Hauptgeschäftsführer. "Notwendig ist ein rascher Netzausbau. Dafür nötig sind intelligente Anreize für Investitionen sowie schnellere und schlankere Genehmigungsverfahren."

Besonders kritisch sieht der BDI die hohe Abhängigkeit von Stromimporten, die das Konzept vorsieht. Schnappauf: "Die Verbraucher, vor allem in der Industrie, brauchen eine verlässliche Versorgung. Deutschland sollte sich beim Strom nicht in eine 30prozentige Importabhängigkeit begeben."

Zudem wären die Ziele des Konzepts aufgrund der Stromimporte zu einem wesentlichen Teil abhängig von Entscheidungen im Ausland. Auf diese habe die deutsche Politik nur einen sehr begrenzten Einfluss. So werde der Abschluss eines internationalen Klimaabkommens bis 2020 vorausgesetzt, was aus heutiger Sicht wenig realistisch sei.

Die Vorgaben für Gebäude hält der BDI für außerordentlich ambitioniert. Weitere große Anstrengungen seien erforderlich, um die notwendigen Investitionen für ganzheitliche energetische Sanierung zu erreichen. Dies betreffe insbesondere konsequente Änderungen im Mietrecht.

Quelle: BDI, presse@bdi.eu