- Fazit
Die hier vorgestellte Studie zeigt eindrucksvoll auf, welche Möglichkeiten in der deutschen Industrie vorhanden sind, mit weniger Endenergiebedarf das gleiche zu produzieren. Typische Energieeinsparmaßnahmen sind Dämmung sowie vor allem Abwärmenutzung. Weitere Maßnahmen sind verbessertes Nutzerverhalten, optimierte Steuerung bzw. Regelung, Betriebs- und Wartungsmaßnahmen, Antriebe mit Drehzahlregelung, Einsatz hocheffizienter Motoren oder die Nutzung der freien Kühlung. Die Erneuerung von Anlagen wurde ebenso berücksichtigt wie die Nutzung von Umweltwärme. Die Umstellung auf Wärmepumpe ist besonders im Wärmebereich bis 200 °C eine wichtige Maßnahme.
An dieser Stelle sei noch einmal betont, dass viele der Maßnahmen einfach und mit geringen Investitionen zu realisieren sind. Dies gilt insbesondere für die Optimierung von Steuerung und Automatisierungen. Die konkreten Beispiele, die oben aufgeführt sind, unterstreichen dies.
Neben dem betriebswirtschaftlichen Nutzen wird in der Studie [1] auch auf den volkswirtschaftlichen Nutzen hingewiesen: Energieeffizienzmaßnahmen reduzieren nicht nur den Bedarf, sondern auch die Spitzenlast. Bis 2045 müssen weniger Gaskraftwerke gebaut werden, so dass sich der Investitionsbedarf entsprechend um etwa 10 Mrd. € reduzieren könnte. Hinzu kommen vermiedene Erdgasimportkosten der nicht errichteten Kraftwerke von etwa 1 Mrd. € pro Jahr, so dass sich allein bei den Gaskraftwerken kumuliert über 20 Jahre ein volkswirtschaftlicher Nutzen von 30 Mrd. € ergibt.
Außerdem leisten Energieeffizienzmaßnahmen einen Beitrag zur Versorgungssicherheit: Der Importbedarf von fossilen Energieträgern wird reduziert. Ein weiterer Beitrag ist die Unterstützung zur Erreichung internationaler Verpflichtungen der Bundesrepublik und damit ggf. die Vermeidung von konkreten Strafzahlungen für den Bund bzw. für die Steuerzahlenden.
Dieser Artikel erschien zuerst im atp magazin 4/2026.
Referenzen
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[2] Deutsche Bundesregierung. (2019). *Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG)*. Berlin.
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Prof. Dr.-Ing. Jörg Meyer
Hochschule Niederrhein
SWK E² Institut für Energietechnik und Energiemanagement
Campus Krefeld Süd
47805 Krefeld
Louisa Zaubitzer, M.Sc.
Hochschule Niederrhein
SWK E² Institut für Energietechnik und Energiemanagement
Campus Krefeld Süd
47805 Krefeld