Europa transformiert seine Energieversorgung: Erneuerbarer Strom wird zentral, reicht aber allein nicht. Wasserstoff soll zweiter Hauptenergieträger werden. Übergangsweise bleiben fossile Energien und CO2-Transport nötig. Für sicheren Transport und Speicherung sind HFI-Stahlrohre entscheidend; dieser Fachbeitrag zeigt den Entwicklungsstand und erste Projekte.
In Europa ist eine Transformation der Energieversorgung beschlossen. Primärenergiequelle soll dabei Strom aus erneuerbaren Energien sein. Alle Vorhersagemodelle kommen zu der Erkenntnis, dass Strom als alleiniger Energieträger die Versorgungssicherheit nicht darstellen kann. Daher zielen alle Entwicklungen darauf ab, als zweiten Hauptenergieträger Wasserstoff zu nutzen. Dieser birgt gegenüber Strom den Vorteil größere Energiemengen für den Bedarfsfall, z. B. in unterirdischen Kavernen, speichern zu können. Die aktuellen Anstrengungen von Industrie und Politik befassen sich derzeit und seit Längerem mit diesen beiden Energieträgern. Bis zum nahezu vollständigen Abschluss der Energiewende müssen aber fossile Energiequellen weiterhin genutzt werden. Und auch das in industriell großen Mengen erzeugte Kohlendioxid CO2 (z. B. Zementindustrie, Stahlherstellung, usw.) gilt es, vom Erzeuger zur weiteren Verwendung oder Speicherung zu transportieren, bis die langwierige Umstellung auf CO2-freie Prozesse erfolgt ist. Die mit Material aus deutscher Stahlherstellung produzierten Stahlrohre von Mannesmann Line Pipe, längsnahtgeschweißt nach dem Hoch-Frequenz- Induktions (HFI)-Verfahren, bieten dabei im Energiesektor vielfältige Einsatzmöglichkeiten und tragen so zum Gelingen der Transformation bei. Im Fachbeitrag wird der Entwicklungsstand von HFI-Stahlrohren im mittleren Abmessungsbereich für die genannten Lösungen im Transport – und Speicherbereich gegeben, zusammen mit einem kurzen Überblick über die aktuellen und geplanten Normen. Komplettiert wird das Thema durch eine Erläuterung der CO2-freien Stahlproduktion am Beispiel der Salzgitter AG.