Außermittige Bohrungen, beschädigte Dichtflächen, hohe körperliche Belastung: Die konventionelle Herstellung von Rohrabgängen für mechanische T-Stücke im Sprinklerbau ist zeitaufwendig und fehleranfällig. Das norwegische Unternehmen Snap Drill AS hat dafür eine handgeführte Rohrbohrmaschine mit automatisiertem Vorschub entwickelt. In der betrieblichen Praxis halbiert das Werkzeug die Arbeitszeit gegenüber manuellen Verfahren.
FunktionsprinzipDas Werkzeug fixiert sich mit einer selbstzentrierenden Klemmbacke direkt am Rohr. Ein automatischer Vorschub mit Rutschkupplung übernimmt den Anpressdruck, sodass weder Kraft aufgewendet noch Drehmoment abgestützt werden muss.
Ruckartiges Verkanten der Lochsäge entfällt damit konstruktionsbedingt. Eine integrierte Wasserwaage ermöglicht die exakte Ausrichtung; ein Pilotbohrer ist nicht erforderlich.
Die Bohrung ist reproduzierbar mittig und kantenglatt. Der technische Unterschied zur manuellen Ausführung zeigt sich besonders an der Standzeit: Herkömmliche Lochsägen halten im Handbetrieb 10-15 Bohrungen durch. Im automatisierten Betrieb mit SnapDrill liegt der Wert bei rund 400 Bohrungen.
PraxiseinsatzBei Encore Fire Protection (USA) zeigte SnapDrill in einer 46.500 m² großen Logistikhalle messbare Ergebnisse: Über 5.000 Bohrungen wurden mit minimalem Verschleiß durchgeführt - eine Zeitersparnis von rund 250 Arbeitsstunden. Ein wichtiger Faktor gerade dort, wo Fachkräfte knapp und Terminpläne eng sind.
Im Parkhaus des westnorwegischen Flughafens Stavanger kamen aufgrund von Küstenbedingungen Edelstahlrohre zum Einsatz. SnapDrill bewährte sich auch bei diesem anspruchsvollen Material. „Edelstahl ist besonders schwierig zu schneiden. Das Team profitierte erheblich - die Bohrung ist immer zentriert mit sauberer Oberfläche, fertig zum Schweißen", so Martin Talgø, Geschäftsführer bei SnapDrill.
André Thielemann von Calanbau Brandschutzanlagen GmbH, einem deutschen Fachbetrieb im Brandschutz, beschreibt den Effekt aus der täglichen Anwendung: „Im Sprinklerbau, wo schnell Hunderte Abgänge anfallen, macht so ein Werkzeug einen echten Unterschied. Die Bohrungen sitzen sauber, das Arbeiten ist deutlich angenehmer, und am Ende spart man einfach Zeit."
Technische Daten
- Selbstzentrierendes Klemmsystem. Sorgt für zentrierte Bohrungen und reduziert Rückschlagrisiken
- Automatischer Vorschub mit Rutschkupplung. Kein manueller Druck
- Integrierte Wasserwaage (45°, 90°, 180°)
- Hartmetallbestückte Lochsägen
- Bohrdauer unter 1 Minute pro Abgang
- Standzeit der Lochsäge ca. 400 Bohrungen
- Taktleistung bis zu 250 mechanische T‑Stücke je Schicht
- Rohrdimensionen: DN 32 bis DN 150
- Materialien: Stahl und Edelstahl
- Werkzeug-Rollkoffer für den Transport auf der Baustelle