Die ROGESA Roheisen- und Rohstoffgesellschaft Saar mbH plant am Standort Dillingen/Saar den Bau einer neuartigen Aufbereitungsanlage für zerkleinerten Stahl- und Eisenschrott, sogenannten Scherenschrott. Ziel der Anlage, die in der zweiten Jahreshälfte 2028 in Betrieb gehen soll, ist die ressourcenschonende Herstellung von hochwertigem „grünem" Stahl. Voraussetzung dafür ist ein möglichst geringer Kupferanteil im eingesetzten Schrott.
Die geplante Anlage verbindet Materialvorbereitung, KI-gestützte Objekterkennung und röntgenbasierte Analytik in einem neuartigen Verfahren. Im Vergleich zu marktüblichen Verfahren reduziert sie den Kupfereintrag effizienter und benötigt deutlich weniger Ressourcen. Verunreinigungen im Scherenschrott, insbesondere Spurenelemente aus freiem Kupfer, sollen um rund 30 Prozent verringert werden.
Einsparpotenziale bei Energie, CO₂ und Primärrohstoffen
Durch das Verfahren lassen sich jährlich bis zu 16 Gigawattstunden Energie und bis zu 76.000 Tonnen CO₂ einsparen. Darüber hinaus können etwa 63.000 Tonnen Direktreduziertes Eisen (DRI) und Primärrohstoffe pro Jahr eingespart werden. Hintergrund ist, dass der Einsatz von Scherenschrott innerhalb der Produktion maximiert und der Einsatz von DRI als Primärressource im Elektrolichtbogenofen auf das für die Produktion von hochwertigem Stahl notwendige Maß optimiert werden soll.
Rolle von Schrott und DRI in der grünen Transformation
Die ROGESA ist eine gemeinsame Tochtergesellschaft der Aktiengesellschaft der Dillinger Hüttenwerke und der Saarstahl Aktiengesellschaft und produziert Roheisen für beide Gesellschafter. Im Zuge der grünen Transformation kommen Rohstoffe wie Eisenschwamm (DRI) – ein festes, poriges Produkt, das aus Eisenerz-Pellets in einem Schachtofen ohne Schmelzprozess unter Zugabe von Reduktionsgasen gewonnen wird – sowie Schrott für die CO₂-ärmere Stahlerzeugung hinzu.
Förderung aus dem Umweltinnovationsprogramm
Das Bundesumweltministerium unterstützt das Vorhaben mit 2,8 Mio. Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm. Gefördert wird die erstmalige, großtechnische Anwendung der Anlage, die über den Stand der aktuell verfügbaren Technik hinausgeht und Demonstrationscharakter besitzt. Das Projekt trägt damit zum Ressourcenerhalt und zur Dekarbonisierung der Stahlindustrie bei.