Kommt im Jahr 2026 endlich der wirtschaftliche Aufschwung? Zumindest für die Hersteller von Kunststoffrohren gibt es Hoffnung. Längere Zeit stagnierte der europäische Markt für PVC-Rohre und Rohre aus Polypropylen oder anderen Polymeren bei rund 5 Millionen Tonnen pro Jahr. Jetzt rechnen die Ceresana-Marktforscher aber mit einer leichten Erholung der Nachfrage: EU-Richtlinien zu Trinkwasser (TWR) und zu kommunalen Abwässern (KARL) treten schrittweise in Kraft und treiben den Ausbau von Wasserleitungsnetzen voran. Die Anpassung an Klimawandel und extreme Wetter-Ereignisse erfordert in Landwirtschaft und Gartenbau, aber auch in vielen Kommunen Investitionen in neue Rohre, etwa für Druckleitungen, Abwasser-Rohre oder auch Wasseraufbereitung. Dazu kommt ein steigender Bedarf für Leerrohre zum Schutz von Strom- und Telekom-Leitungen: Für Kabelschutz, oft aus Polyethylen gefertigt, erwartet Ceresana ein Wachstum von 1,7 % pro Jahr.
Kunststoffrohre drinnen und draußenDie neuste, bereits achte Ausgabe des Ceresana-Reports zum europäischen Markt für Kunststoffrohre unterscheidet bei den Kennzahlen für die beiden Anwendungsgebiete Trinkwasser und Abwasser erstmals Haustechnik und Versorgungsleitungen, also einerseits Installationen in Gebäuden und andererseits Rohre im Außenbereich. Das Marktvolumen der Haustechnik hängt stark von der Bauaktivität im Hochbau, von der energetischen Sanierung und Modernisierung der Gebäude ab. Der Trend geht weiter zu leichten, langlebigen Kunststoffen: Besonders bei Renovierungen werden alte Metall-Leitungen durch neue Rohre aus Polypropylen-Random-Copolymer (PP-R) oder aus vernetztem Polyethylen (PE-X) ersetzt. Glasfaserverstärkte Kunststoffe (GFK) werden besonders für große Rohre gebraucht, bei denen Steifigkeit und Korrosionsbeständigkeit gefragt sind. Der Marktanteil von Rohren aus Faserverbundwerkstoffen, meist Mischungen von Glasfasern und duroplastischen Polyester- oder Epoxidharzen, ist noch gering. Die Ceresana-Industrieanalyse zu Kunststoffrohren erwartet für GFK-Rohre jedoch ein hohes Wachstum von rund 3 % pro Jahr. Die Aussichten dafür hängen allerdings von wenigen Großprojekten ab. Ein Wachstum von 1,4 % prognostiziert Ceresana für Polyethylen-Rohre, die besonders für Trinkwasser, Bewässerung und Teile der Gasnetze gebraucht werden. Einer der Gründe für den steigenden Verbrauch von Plastikrohren ist zum Beispiel der Trend zu geschlossenen, grabenlosen Bauweisen.
Chancen und Risiken für KunststoffrohreDie europäische Bauwirtschaft könnte sich ab 2026 wieder erholen. Viele Bauprojekte werden jedoch durch bürokratische Genehmigungsprozeduren, Fachkräftemangel und steigende Bau- und Finanzierungskosten aufgehalten. Besonders kommunale Vorhaben werden von Haushaltskürzungen betroffen; andererseits gibt es große staatliche Investitionsprogramme für Infrastruktur. Die Europäische Union will mit einem „European Grid Package“ und neuen „Energieautobahnen“ die transeuropäischen Energienetze ausbauen, besonders die grenzüberschreitenden Strom-, Gas- und Wasserstoff-Leitungen. Der Marktreport zu Kunststoffrohren untersucht getrennt die Nachfrage der verschiedenen Segmente der Bauindustrie. Der Hype rund um Künstliche Intelligenz lässt aktuell besonders den Bau von Rechenzentren boomen. Zusätzlich zu den Marktdaten und Prognosen enthält die neue Studie auch Hintergrundinformationen zum regulatorischen Rahmen in der EU sowie zur allgemeinen Wirtschaftslage und zur Situation in der Bauindustrie in den verschiedenen europäischen Ländern (u. a. wichtige Unternehmen, Bauaktivitäten, Investitionen, geplante Bauprojekte).
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