Preis, Qualität, Verfügbarkeit und Lieferzeit bleiben zentrale Kriterien beim Einkauf von Stahlrohren. Doch regulatorische Vorgaben spielen eine immer größere Rolle. CBAM, Safeguards und weitere EU-Regelungen können insbesondere bei Importrohren Auswirkungen auf Kosten, Lieferketten und die Wahl der Bezugsquelle haben.
Für Unternehmen, die Stahlrohre als Vormaterial einsetzen und weiterverarbeiten, wird es damit anspruchsvoller, neben dem eigenen Kerngeschäft auch die teilweise sehr spezifischen Regelungen und deren mögliche Folgen für die Beschaffung im Blick zu behalten. H&D Schierle beobachtet deshalb einen zunehmenden Informations- und Beratungsbedarf.
„Für ein Unternehmen, das fertige Produkte herstellt, ist es schwierig, diese spezifischen, rohrspezifischen Regularien der Europäischen Union zu bewerten“, sagt Nico Genge, Geschäftsführer von H&D Schierle.
Damit verändern sich auch die Anforderungen an den Stahlrohrhandel. Neben Abmessungen, Werkstoffen, Mengen und Preisen geht es zunehmend darum, regulatorische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und deren mögliche Auswirkungen auf die Materialversorgung einzuordnen. Dazu gehört beispielsweise die Frage, ob ein Einkauf vorgezogen werden sollte oder welche Beschaffungsquelle unter veränderten Rahmenbedingungen infrage kommt.
Als Teil der Hoberg & Driesch Gruppe greift H&D Schierle dabei nach eigenen Angaben auf gruppenweites Know-how sowie Informationen aus internationalen Beschaffungsmärkten zurück.
Für Genge entwickelt sich der Stahlrohrhandel damit über die reine Materialversorgung hinaus. Markt- und Regulierungsinformationen werden zunehmend Teil der Leistung – und können für Rohrverarbeiter zu einer wichtigen Grundlage für ihre Einkaufsentscheidungen werden.